Das kleine Schildmacherdorf und die große Weltgeschichte

Pohlschildern zwischen 1285 und 1820

1202 Die beiden Herzogtümer Schlesien und Oppeln werden selbstständig und leiten die Zeit der deutschen Siedlungen in Schlesien ein. Bis zur Neuerrichtung Polens (1320) werden die deutschen Siedler mehr als 100 neue Städte, mehr als 1200 Dörfer zu deutschem Recht sowie viele Kirchen und Hospitäler gegründet haben, die Bevölkerung wird auf etwa das Fünffache angewachsen sein.
1285 Pohlschildern wird erstmals urkundlich als Syldar erwähnt. Es ist ein kleines Schildmacher-Dorf, deren Waren – Schilder – bereits unter polnischem Recht an die Liegnitzer Burg geliefert werden.
1320 Polen wird wieder errichtet. Die schlesischen Herzogtümer unterstellen sich nach und nach der böhmischen Krone (bis 1526)
1475 Das Dorf wird jetzt auch Polnisch-Schildern genannt. Es besteht, neben dem Dorf selbst, u. a. aus einem Gut, einem Vorwerk und einer Mühle.
1550 Das Dorf mit 15 Bauern und 9 Gärtner hat einen Gesamtgrundbesitz von 21 Hufen, zum Gut gehörten 12 Hufen (eine Hufe entspricht etwa 14 ha, also 140.000 qm).
1713 Herr v. Hoberg erbaut das Schloss zu Pohlschildern. Die Güter werden später von den Freiherren v. Czettritz gekauft.
1730 Am alten Stauwehr im Süden von Pohlschildern steht die „Conrad Mühle“
1742 Nach dem Österreichischen Erbfolgekrieg und den folgenden Schlesischen Kriegen zwischen Preußen (Friedrich II.) und Österreich-Ungarn (Maria Theresia) wird der größte Teil Schlesiens preußisch.
1743 Die Freiherr von Czettritzsche Familie erwirbt das Herrenhaus von den Hohbergs und legt den großen Schlosspark an
1760 15. August: Die Schlacht bei Liegnitz (Siebenjähriger Krieg)
Friedrich II. schlägt mit seinem preußischen Heer das österreichische Heer unter Feldmarschall Leopold Graf von Daun.
1786 15. Oktober: Heinrich Siegmund Freiherr von Czettritz, Besitzer des Schlosses Pohlschildern, wird bei der Erbhuldigung in Breslau in den Grafenstand erhoben. Er heiratet Juliane von Schack. Die Ehe bleibt ohne männliche Erben und so erhält seine zweite Tochter Elisabeth Gräfin von Czettritz durch Erbteilung das Besitztum.
1801 Elisabeth Gräfin von Czettritz, Besitzerin des Schlosses Pohlschildern, heiratet Burchard von Hardenberg. Während ihres langjährigen Besitzes werden mehrere unschöne, das Schloss umgebende Wirtschaftsgebäude entfernt und die Umgebung in eine freundliche Parkanlage umgewandelt. Außerdem lässt die Gräfin den Landsitz mit all demjenigen ausstatten und einrichten, was den ländlichen Aufenthalt angenehm macht.
1813 29./30./31. März: Die Lützower Jäger ziehen durch Goldberg und Jauer
Am Kaufmann Meisterschen Hause am Niedertor in Goldberg ist eine Gedenktafel angebracht: „Theodor Körner zog hier am 31. März 1813 an der Spitze der Lützower in Goldberg ein.“ Darüber ist Körners Bild, darunter die Zeichen „Leier und Schwert“ angebracht (vgl. Liegnitzer Tageblatt vom 29. März 1938).

26. August: Schlacht an der Katzbach


Der preußische Generalfeldmarschall Blücher und der preußische Generalfeldmarschall Gneisenau besiegen mit ihrer schlesischen Armee die napoleonischen Streitkräfte unter Marshall McDonald (vgl. den Bericht im Liegnitzer Tageblatt vom 26. August 1938).
1815 Nach dem Wiener Kongress wird Schlesien eine der zehn Provinzen des preußischen Staates, Provinzhauptstadt wird Breslau.
1816 1. Mai: Neugliederung der Regierungsbezirke nach dem Wiener Kongress.
Pohlschildern gehört noch immer zum Kreis Lüben.
1817 Jeremias Scholtz ist Meister der Konradsmühle
1820 1. Januar: Endgültige Abgrenzung des Kreises Liegnitz und damit Eingliederung von zahlreichen Gemeinde, darunter auch Pohlschildern, aus dem Kreis Lüben in den Kreis Liegnitz
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